Megafon – Tübingen

HÖLDERLINHAFEN. DAS MEGAFONSPEKTAKEL

Finale zum Stadtprojekt MEGAFON – TÜBINGEN SCHALLT UND HALLT am LTT.

von Collage von Sandra Hoffmann

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Premiere: 22. Juni 2012

Projektleitung: ­Maria Viktoria Linke und Sandra Hoffmann // Szenographie & Installationen: Atif Hussein // Photographie: Jan Münster // Mitwirkende: das LTT-Ensemble // TERMINE: 22. & 23.06.2012 // 17 Uhr // Ort: im gesamten LTT // mit Hafenkneipe & EM-Übertragung.

Tourismus-Träume eines Bürgermeisters: Tübingen braucht einen Hafen. Hölderlin muss weichen. Der Turm wird Anlegestation, Matrosenkneipe und Sitz der „Hölderlin-Line“. Der Rubel soll rollen, die Bürgerschaft grummelt und grollt. Die Leserbriefhure hat Hochkonjunktur, der Stadtschreier erklimmt die Speaker’s Corner und stiftet ein bisschen Wahnsinn, selbst die Schwäne verdrehen ihre Hälse.

Die ganze Spielzeit hingen wir am Sprachrohr des Bürgers*, gingen hinein in die Stadt und kamen mit Tübingern ins Gespräch. Wer, wie, was ist Tübingen? Wie liest sich die Stadt in Leserbriefzeilen und -versen, und was steht dazwischen?

Wir laden Sie herzlich ein zu unserem großen zweiteiligen Megafon-Spektakel. Der erste Teil ist ein Rundgang durch das gesamte LTT. Im zweiten Teil erleben Sie die Tübingen-Collage von Sandra Hoffmann auf der Bühne des Großen Saals. Lassen Sie sich von uns durch eine Tübingen-Fiktion führen und entdecken Sie dabei Aufgesammeltes, Erkundetes, Erahntes und Behauptetes.

*Sprachrohr des Bürgers: Leserbriefseite des Schwäbischen Tagblatts

Ausschnitte aus der Tübingen-Collage von Sandra Hoffmann:

Dichter // Hören Sie, daraus ergibt sich ganz klar: Ich bin bares Geld! Aus mir müssen Sie etwas machen, mich loben, mich preisen, mich groß machen, wie ich es zu Lebzeiten nicht war. Ich bin da. Ich bin die Attraktion, das Tourismuskonzept schlechthin!

Bürgermeister // Wenn das kein Größenwahnsinn ist!

Dichter // Ich bin weitaus mehr als ein Wahrzeichen wert, ich bin weitaus mehr als einen einzigen Raum in ihrem Stadtmuseum wert, ich habe dieses Haus verdient. Als meines! Ich habe diese Räume verdient! Dichter besiedeln. Sagen Sie immerzu.

Miezi // Ach so. Sie kennen mich ja gar nicht. Ich bin Miezi. Mir gefallen schöne Sätze. Zum Beispiel: Entschuldigen Sie, ich lasse mich doch nicht von Ihnen benutzen! Schöner Satz! Wunderbarer Satz! Ich lasse mich immerzu benutzen! Ich werde bezahlt für meine Schreibdienste, ich werde bezahlt, weil ich eine Datenträgerin in ganz menschlichem Sinne, in ganz modernem Sinne bin. Ghostwriting. Nur so wird man was. Kennen Sie mich? Nein. Ganz genau. Sie kennen mich nicht. Sie kennen meine Straße, sie kennen die Namen meiner Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, aber sie kennen nicht unsere Gesichter. Ich bin Miezi. Verstanden. Die Chefin vom Haus und ich kenne mich aus.

Taube // Der Bürgermeister hat sich neulich gegen Rassismus in der Stadt ausgesprochen und für Toleranz. Integration. Etc. Gehören die Tiere auch dazu! Meinen wir! Und immerhin, wer außer uns und dem Hölderlin hat denn noch einen Turm am Neckar, keiner. Wenn der auszieht, sind wir noch da.

Jemand // Ja, und jetzt zahlen wir auch noch Steuern für die Neckar­tieferlegung!

 

Bilder © Jan Münster

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Bilder © Jan Münster

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