Das Rheingold

Das Rheingold

ERSTE SZENE
Woglinde, Wellgunde, Flosshilde, Alberich

Auf dem Grunde des Rheines.

Grünliche Dämmerung, nach oben zu lichter, nach unten zu dunkler. Die Höhe ist von wogendem Gewässer erfüllt, das rastlos von rechts nach links zu strömt. Nach der Tiefe zu lösen die Fluten sich in einen immer feineren feuchten Nebel auf, so dass der Raum in Manneshöhe vom Boden auf gänzlich frei vom Wasser zu sein scheint, welches wie in Wolkenzügen über den nächtlichen Grund dahinfliesst. Überall ragen schroffe Felsenriffe aus der Tiefe auf und grenzen den Raum der Bühne ab; der ganze Boden ist in ein wildes Zackengewirr zerspalten, so dass er nirgends vollkommen eben ist und nach allen Seiten hin in dichtester Finsternis tiefere Schlüfte annehmen lässt.

Um ein Riff in der Mitte der Bühne, welches mit seiner schlanken Spitze bis in die dichtere, heller dämmernde Wasserflut hinaufragt, kreist in anmutig schwimmender Bewegung eine der Rheintöchter.

WOGLINDE
Weia! Waga! Woge, du Welle,
walle zur Wiege! Wagalaweia!
Wallala, weiala weia!

http://javanese.imslp.info/files/imglnks/usimg/4/4d/IMSLP34248-PMLP21241-Wagner-WWV86As1vsSch1861.pdf

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Das Rheingold

Das Rheingold

ALBERICH:
Holder Sang singt zu mir her!
Wie gut, dass ihr eine nicht seid!
Von vielen gefall’ ich wohl einer:
bei einer kieste mich keine!
Soll ich dir glauben, so gleite herab!

Das Rheingold

Das Rheingold

ALBERICH:
Stör’ ich eu’r Spiel,
wenn staunend ich still hier steh’?
Tauchtet ihr nieder, mit euch tollte
und neckte der Niblung sich gern!

WOGLINDE:
Mit uns will er spielen?

WELLGUNDE:
Ist ihm das Spott?

ALBERICH:
Wie scheint im Schimmer ihr hell und schön!
Wie gern umschlänge der Schlanken eine mein Arm,
schlüpfte hold sie herab!

FLOSSHILDE:
Nun lach’ ich der Furcht: der Feind ist verliebt!