Tyrannen

Tyrannen

Kreon:                         Herrscher, meines Landes, König Ödipus, die Stadt, wie du wohl siehst, schwankt schon zu sehr im Wogengang. Sie kann ihr Haupt nicht mehr vom blutigen Grund erheben. Alles stirbt. Kinder, die Herden der Rinder … Alte sah ich schon einen langen Monat nicht mehr. Unsere Mütter gebären nur noch Totes. Feuertragend, schwang er sich herein, der Gott und jagt die Pest, die schlimmste, nun schon allzu lang durch unsere Stadt. Es leert sich das Haus des Kadmos und füllt den Hades reich mit Wehgeschrei und Grabgesängen. Es ist die Sache mit dem alten König Lajos. Du weißt es noch: Er starb, bevor du kamst und seinen Thron und auch sein Weib erhieltst. Sein Mörder ist noch unter uns, so weiß es das Orakel. Und dieser Mord müsse gesühnt werden, durch Ächtung oder durch Tod. Die reinigende Rache dann nimmt das Unheil von der Stadt. Lajos’ Mörder, ist ein Fremder, so sagt man, ein Zugereister, der jetzt ein vollwertiger Thebaner ist. Mit den eigenen Kindern lebt er zusammen, als Bruder! Der gleiche Mann: Bruder und Vater! Und die gleiche Frau, die ihm zur Seite als Gattin sitzt, ist seine Mutter, die auch Gattin seines Vaters war, den er erschlug.

 

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