Die Maßnahme

 

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Theatertreffen Deutschsprachiger Schauspielstudenten

und

Sechster Bundeswettbewerb zur Förderung des Schauspielnachwuchses des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie der Bundesrepublik Deutschland

18. bis 25. Juni 1995, Stuttgart

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung,Wissenschaft, Forschung

und Technologie, Bonn in Zusammenarbeit mit der „Ständigen Konferenz Schauspielausbildung“ und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, Prof.Dr. Felix Müller, dem Wilhelma-Theater und den Staatstheatern Stuttgart – Theater im Depot.

 

DOKUMENTATION (Ausschnitt)

Von Marilen Andrist und Bernd Uhlig (Fotos)

 

Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin

 

Bertolt Brecht und Hanns Eisler

DIE MASSNAHME

 

Die vier Agitatoren ….Anja Thiemann*

Olaf Hilliger a.G.

Christian Tschirner*

Eckhard Winkhaus*

Der Kontrollchor……..Susanne Wächter**

Atif Hussein**

Peter Lutz**

Christian Weise**

 

Regie……………………..Robert Schuster***

Tom Kühnel***

 

* Studenten des 4. Studienjahres Schauspiel

 

** Studenten des 3. Studienjahres

Puppenspielkunst

 

*** Studenten des 3. Studienjahres Regie

 

Zur Produktion:

 

„Die Maßnahme“ ist eine Koproduktion der Abt. Regie, Schauspiel und Puppenspielkunst und besteht aus zwei Teilen, die normalerweise im direkten Zusammenhang aufgeführt werden. Die Studierenden zeigten als Wettbewerbsproduktion Teil I, das heißt die Version, in der vier Agitatoren und der Kontrollchor auf zwei erhöhten Ebenen von Puppen gespielt werden, während parallel dazu im Vordergrund das Geschehen von vier Schauspielern dargestellt wird. Teil II zeigten die Studierenden nach einer kurzen Pause als „Off-Produktion“ (außerhalb des Wettbewerbs). In dieser Fassung werden sämtliche Parts von Schauspielern gespielt bzw. gesprochen, die wie zuvor die Puppen auf der erhöhten zweirangigen Galerie sitzen. Text- und Musikfassung sowie Darsteller sind in beiden Teilen identisch. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsarbeit der Studierenden, die für Regie, Schauspiel, Puppenspiel und Puppenbau sowie die Gestaltung der Bühne verantwortlich zeichnen. Die Premiere fand am 20. Dezember 1994 im bat-Studiotheater statt.

Es war wie ein heilsamer Schock. Nach drei aufeinanderfolgenden Produktionen, die vor Aktionismus strotzten, plötzlich eine sehr ruhige, sehr strenge, sehr formale Arbeit, die den Zuschauern höchste Konzentration abverlangte – und sie trotzdem von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann zog. Die Studierenden aus Berlin bewiesen mit ihrer Aufführung zum einen, daß ein Lehrstück von Brecht heute so aktuell sein kann wie eh und je. Und zum andern, daß Theater im Idealfall mehr ist als bloßes Amüsement. Es kann im Kopf Gedanken freisetzen, zur Reflexion zwingen und trotzdem unterhalten. All das fand im Fall dieser „Maßnahme“ statt. Darüber hinaus mag mancher Zuschauer erstaunt festgestellt haben, welche Faszination von Puppen und dem heute kaum mehr praktizierten Puppenspiel ausgeht. In Masken, die den Gesichtern der Schauspieler nachgebildet waren, entwickelten die Puppen ein verblüffendes Eigenleben, das in einer seltsamen Spannung zum Spiel der „leibhaftigen“ Schauspieler stand. Die Darsteller ihrerseits zeigten auf kleinstem Raum die Handlung, auch dies

sehr formalisiert und reduziert, kaum mehr als eine Illustration des gesprochenen Textes. Das gesprochene Wort war denn auch das Herzstück des Ganzen – einzeln oder im Chor in einer kaum zu übertreffenden Perfektion vorgetragen. Es war eine sehr heutige, Kopf und Herz gleichermaßen beanspruchende Aufführung. Denn so intellektuell fordernd sie einerseits war, so ging sie doch auch unter die Haut, löste Emotionen aus. Unversehens stellte sich der Zuschauer selbst die Frage: „Wie soll man sich in einer solchen Situation verhalten? Wie würde ich mich verhalten?“ Mehr kann von Theater wohl niemand verlangen.

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DIE PREISTRÄGER

Der Max-Reinhardt-Preis des Bundesministers für Wissenschaft und Forschung der Republik Österreich in Höhe von ÖS 70.000 ging an die Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin für ihre Produktion „Die Maßnahme“ von Bertolt Brecht. Der Preis versteht sich als Auszeichnung des „Gesamt-Kunstwerkes“, also beider Teile, und aller daran Beteiligten.

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SOLOPREISE

Anja Thiemann, Christian Tschirner, Eckhard Winkhaus, Susanne Wächter, Atif Hussein, Peter Lutz, Christian Weise in „Die Maßnahme“ von Bertolt Brecht Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, je DM 750,–

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